camino Die Stiere in Madrid Auf dem Weg zur Arena bin ich nervöser als vor einem Date. Mein Herz schlägt schnell und der Schweiß läuft mir den Nacken runter. Keine Ahnung, ob ich den Abend je bereuen werde. Es ist kurz vor sechs Uhr abends und der Einlass beginnt in ein paar Minuten. Vor mir
camino Aus Santiago de Compostela: Horden und Träume #7 Die letzten fünf Etappen bis nach Santiago beginnen. Mit einer „Ibuprofeno rapid 400“ im Blut laufe ich in Sarria los. Es regnet, Pilgermassen auf der gesamten Strecke. Am Wegesrand steht eine Frau in einem mittelalterlichen Kostüm, sie sieht aus wie eine Hexe. Für zwei Euro verkauft ihr Mann daneben Wachsstempel
camino Aus Sarria: Taxifahrer und Luxuspilger #6 Irgendwo in den Weinbergen – knapp 70 Kilometer vor Sarria – würge ich, aber es kommt nur Spucke. Ich wische mir mit der Hand über den Mund und bleibe stehen. Es ist schon nach 17 Uhr, ich bin heute einer der Letzten, die noch unterwegs sind. Dieser beschissene Rucksack macht mir zu
camino Aus León: Der Zerfall #5 „Ich hab hier ein Zimmer reserviert.“ An ihrem Blick kann ich schwer erkennen, was sie denkt. Vermutlich spürt sie so etwas wie Ekel, denn ich bin nass geschwitzt – es ging bergauf und es ist heiß – und ich bin mir sicher, dass ich stinke. „Kommen Sie bitte rein“, sagt die Frau.
camino Aus Burgos: Hippieland #4 Ich sitze morgens um halb 10 auf dem Klo in einem Hostel, habe ein Einzelzimmer. Mittlerweile kundschafte ich regelmäßig die Tagesetappe aus – mich interessieren Kilometer, Höhenmeter, Wetter, Supermärkte und Wasserbrunnen. Ich bin fast fertig, da hämmert es an der Tür. Ich mache auf. Der Besitzer sieht mich erschrocken an, hat
camino Aus Navarra: Cowboyland #3 Am Ostermontag wandere ich hungrig durch Navarra. Alles zu, auf das Pilgermenü habe ich keine Lust. Die Landschaft erinnert mich an alte Westernfilme. Vor wenigen Tagen waren die Wege aus Matsch, jetzt sind sie staubig und trocken. Den ganzen Tag geht es bergauf, bergab, wieder rauf. Manchmal kommt ein kleines
camino Aus Pamplona: Stiere und rosa Stiefel #2 An einem wunderbar sonnigen Tag erreiche ich gegen 16 Uhr Pamplona. Ich überquere den ‘Plaza del Castillo‘ und bleibe ein Stück weiter vor der Stierkampfarena ‘Plaza de Toros‘ stehen. Die Stadt ist voll wegen den Osterfeiertagen. Ich beschließe zwei Pausentage einzulegen und jeden Abend drehe ich eine Runde von der
camino Aus Biarritz #1 Die Vorbereitungen für den Jakobsweg erschöpften mich. Ich brauchte Erholung. Zu Beginn hatte ich eine kleine Wohnung am Canal St Martin in Paris und mit kleiner Wohnung meine ich eine Schuhschachtel für Größe 34. Alles war in einem Raum, auch ‘les toilettes‘. In der Dusche musste ich beim Einseifen die
camino Camino Vorbereitung: Doc Martens, Rabbit-Holes und eine Französin Kapitel 1: Die Schuhe Zum dritten Mal war ich im selben Sportgeschäft, um mir neue Schuhe für den Camino zu kaufen. Die Mitarbeiter kannten mich alle – das bildete ich mir zumindest ein. "Schau mal: Der Verrückte wieder." Ich nahm die Abkürzung durch die Damenabteilung und suchte die Schuhe,