Memo aus Biarritz #1
29. März 2026
Die Vorbereitungen für den Jakobsweg erschöpften mich. Ich brauchte Erholung. Zu Beginn hatte ich eine kleine Wohnung am Canal St Martin in Paris und mit kleiner Wohnung meine ich eine Schuhschachtel für Größe 34. Alles war in einem Raum, auch ‘les toilettes‘. In der Dusche musste ich beim Einseifen die Tür aufmachen. Mit dem Hintern kam ich an den Hahn und verbrannte mich mit heißem Wasser. Ein richtiges Bett gab es nicht, nur ein Klappsofa. Wenn es aufgebaut war, ging der Kühlschrank für den Rest des Abends nicht mehr auf.
Paris war zu viel. Nach vier Nächten hatte ich genug. Ich nahm einen TGV runter an die Atlantikküste.
Jetzt sitze ich auf einer Bank am Strand von Biarritz. Seit vierundzwanzig Stunden ernähre ich mich von einem Kilogramm Couscous und Vollkornbrot aus dem Supermarkt ums Eck. Möwen fliegen über die Promenade, der Atlantik ist rau und stürmisch. Eine Gruppe Surfer in der Ferne.
Ich stelle mir vor, wie es wäre, mit einem Segelboot weit da draußen zu sein. Meilenweit keine Menschenseele. Einsamkeit, die ich brauche und die ich verfluche, wenn sie zu lange bei mir ist.
Ein Mann spielt mit seinem Hund im Sand. Ich vermisse meinen und ich denke an morgen: Da mache ich mich auf den Weg nach Saint-Jean-Pied-de-Port.